In der Straße Alt-Reinickendorf ist die Dorfaue mit der mittelalterlichen Dorfkirche erhalten geblieben. Der kleine, unverputzte Saalbau ist vermutlich gegen Ende des 15. Jahrhunderts entstanden. Die ebenfalls noch vorhandene alte Bronzeglocke stammt aus dem Jahr 1491. Typisch für diese Periode sind die nachlässige Technik beim Aufmauern der Feldsteine und die teils spitzbogigen, teils rundbogigen Fenster. Der Chorschluss in Form eines Halbkreises ist in Berlin einmalig. Er bildet den Gegenpol zu dem vor der Westfront stehenden quadratischen Turm von 1713, der kaum den Dachfirst der Kirche überragt.

(Text: Reinickendorf.de)

     

Das Kirchenschiff ist ein Ort der Geborgenheit im unruhigen „Meer der Zeit“.

Unsere Kirche ist außerhalb der Gottesdienstzeiten geöffnet, damit Sie in ihr einen Moment der Stille finden; Ruhe für Gedanken, Erinnerungen, ein Gebet. (In der Regel ist die Kirche immer Mittwochs und Samstags ab 17:00 Uhr für Sie offen. Die aktuellen Termine finden Sie in der Übersicht  .)

Wir freuen uns aber auch über Neugierige, die dieses historische Gebäude, das seit über 500 Jahren Mittelpunkt der Gemeinde und des „Kiezes“ ist, einmal von innen betrachten möchten.

Ute Korthals
15.04.2017

Wie die Welt vor einem halben Jahrtausend ausgesehen hat, können wir uns kaum vorstellen. Könnten uns die Menschen aus ihrer Zeit berichten, würden wir von einem anderem Leben hören, zusammengehalten durch Sakramente der Kirche, der Feste des Jahres…, in denen jeder Mensch seinen Ort hat. Genau aus dieser Zeit stammt unsere kleine Dorfkirche. Sie wurde nämlich vor ca. 500 Jahren gebaut und ist so eines der ältesten Kirchen von Berlin. Aber nicht nur das Alter macht unsere Kirche so sehenswert, auch durch den erhaltenen Feldsteinbau entwickelt sie einen dörflichen Charakter. Zudem ist der runde Chorhof eine Pracht, die es nur einmal in der ganz Hauptstadt gibt. Die kleine Priestertür an der Seite des Gotteshauses, lässt darauf schließen, dass es sich früher um eine katholische Kirche gehandelt hat.
 
  

 

Nun zum Glockenturm: Der Glockenturm wurde nicht wie viele Denken, gleich mit Beginn des Baues errichtet, sondern erst ca. 300 Jahre danach. Das genaue Datum 1713 kann man auf der Wetterfahne an der Spitze ablesen. Die Glocke jedoch, die uns mehrmals in einer Stunde zu hören kommt, wurde schon im Jahre 1491 gegossen. Auf der heutigen Grünanlage ringsherum war im 15. Jahrhundert ein Friedhof. Daher auch die drei Kreuze, die bis heute erhalten sind. Eine weitere Besonderheit ist, dass die kleine Kirche in der Mitte unsere „Dorfes“ steht. Dies hat zur Bedeutung, dass die Gemeinde ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens ist, Taufe, Jugend, Hochzeit und Beerdigung. Das Innere, der kleine Dorfkirche, war jedoch nicht immer schon so schön. Erst durch die Reformation und durch eine Renovierung von 1936-1938 entwickelte sich die schöne innere Pracht.

Fabian Lässig

 

 


Die Dorfkirche im nördlichen Gemeindgebiet

 

Im Jahr 2007 wurde durch eine Restauratorin das Altar-Bild in der Dorfkirche aufwändig restauriert. Zusätzlich wurde die Kirche mit einer neuen Heizungssteuerung und einer Luftbefeuchtungsanlage ausgestattet. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich für das tolle Engagement der Restauratorin und nicht zuletzt bei der Spenderin für die finanzielle Unterstützung bedanken.

Timo Müller

 

   

Ev. Luther-Kirchengemeinde Alt-Reinickendorf | Alt-Reinickendorf 21-22 | 13407 Berlin | 030 495 30 48 | post(at)elkar.de